4. Gegenwärtige Schulpraxis
 

a) Soziales Miteinander
 

Das Leben und Lernen in der schulischen Gemeinschaft sollte im Einklang mit einer abgestimmten Sozialerziehung stehen.
Besonderes Anliegen ist es, ein positives Miteinander zu fördern. Wo sich gute Kontakte und Vertrauen entwickeln können, wird sich auch der unterrichtliche und erzieherische Erfolg eher einstellen.

 

Einen Orientierungsrahmen hierfür bietet unser Erziehungskonzept. Es kennzeichnet das soziale Lernen als einen Schwerpunkt unserer schulischen Arbeit.

 

Die überschaubare Schulgemeinschaft erleichtert die Verständigung auf Regeln nach gemeinsamen Zielsetzungen. Diese betonen die Schwerpunkte „Persönlichkeit entwickeln“ und „partnerschaftlich verantwortlich handeln“.

 

Allgemeine Absprachen über den Umgang miteinander finden ihren Ausdruck in unseren Schulregeln.

Darüber hinaus bilden klassenbezogene Regeln einen Rahmen für das Verhalten in Unterrichtssituationen. Zusätzlich geben verschiedene „Rituale“ Orientierung und schaffen Vertrautheit.


Unser Erziehungskonzept konkretisiert ebenso die Bereiche
 

  • soziales Lernen,
  • Umgang mit Konflikten,
  • Schülerbeteiligung,
  • Außerschulische Erziehungspartner,
  • Zusammenarbeit mit Eltern,
     
  • Integration besonderer Schülerinnen und Schüler,
  • unterstützende Rahmenbedingungen.

 

 

b) Unterricht

 

Im Mittelpunkt der schulischen Arbeit steht der Unterricht. Er umfasst neben dem Spektrum der grundbildenden Lernbereiche der Primarstufe Fördermaßnahmen sowie Arbeitsgemeinschaften und Kurse als freiwillige Angebote.
 

Schulanfang in der Flexiblen Eingangsphase
 

Der Unterricht in den Klassenstufen 1 und 2 richtet sich besonders darauf, jedem Kind mit seinen individuellen Voraussetzungen einen erfolgreichen Einstieg in das schulische Lernen zu ermöglichen.

Den organisatorischen Rahmen hierfür bietet die Flexible Eingangsphase.

 

Sie kann von den Schulanfängern in 2 Jahren, aber auch in 3 Jahren oder nur in

1 Jahr durchlaufen werden.

Die Jahrgangsstufen 1 und 2 werden altersgemischt geführt.

Der jahrgangsübergreifende Unterricht fordert und fördert eine veränderte Lernkultur:

 

  • Neben gebundenen (auf alle gerichtete Unterrichtsformen) finden auf das einzelne Kind (auf sein Tempo, auf seinen Lernstand) abgestimmte Lernformen mehr Berücksichtigung.
     
  • Das tätige Lernen rückt stärker in den Vordergrund.
     
  • Die Selbständigkeit der Schüler/-innen und deren Methodenkompetenz (Wie lerne ich?) wird gefördert.
     
  • Gestärkt werden in besonderem Maße die sozialen Kompetenzen, z.B. Hilfe annehmen, Hilfe leisten, Verantwortung übernehmen, Vorbild sein, zusammenarbeiten können.
     
  • Die Kinder werden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt.
     
  • Der Unterricht ermöglicht es, Inhalte ohne Gesichtsverlust oder Wechsel der Lerngruppe aufzuarbeiten, zu wiederholen oder zu üben.
     
  • Der Unterricht ermöglicht es auch, dass Kinder mit schnellem Lernfortschritt sich an Aufgaben mit gesteigerten Anforderungen erproben.
     
  • Wenn eine längere Verweildauer in der Eingangsphase notwendig wird, erleben die Kinder dies nicht als „Sitzenbleiben“ oder Verlust der Bezugsgruppe.
    Sie müssen nicht den Lernstoff im Ganzen nochmals wiederholen – sie können bei Inhalten ansetzen, die ihrem Lernstand entsprechen.

     

Die Lerninhalte orientieren sich an dem Lernplan Grundschule Schleswig-Holstein und an den Bildungsstandards für die Primarstufe.
 

Zum Erreichen der Lernziele werden den Schülerinnen und Schülern unterstützend individuelle Hilfen, präventive Maßnahmen sowie differenzierende Lernangebote durch erweiterten Lehrereinsatz ermöglicht.

 

 

Unterricht in den Klassenstufen 3 und 4
 

In den Klassenstufen 3 und 4 wird jahrgangsbezogen unterrichtet.
Auch hier gibt es ein breites Angebot methodischer Akzente.

Neben lenkenden Verfahren sind Formen offenen Unterrichts (Tages- oder Wochenpläne, Lernwerkstätten, Projektarbeit, Arbeit an Stationen, Freiarbeit…) gängige Praxis. Sie erweitern die Möglichkeiten, das selbständige Lernen und Forschen der Kinder zu fördern, sie ihr Lerntempo individuell bestimmen zu lassen und Anforderungen gezielt auf einzelne Schüler abzustimmen.
Ziel ist es, Lernfortschritte für den Einzelnen beim täglichen Lernen oder in engmaschigen Lernkontrollen erkennbar zu machen und durch positive Rückmeldungen die Lernmotivation zu erhalten.

 

Für die Auswahl von Lerninhalten ist es in allen Klassenstufen bedeutsam, fächerverbindende Bezüge herzustellen, an die Erlebnis- und Erfahrungswelt der Schüler anzuknüpfen und Themen möglichst handelnd erschließen zu können. Absprachen über die Unterrichtsplanung erleichtern einen ganzheitlichen Unterricht.
Zu mehr Handlungsorientierung und Lebensbezug trägt die Einbeziehung außerschulischer Einrichtungen und Lernorte ebenso bei wie die projektorientierte Bearbeitung spezieller Themen.

 

Schülerinnen und Schüler, bei denen eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie vermutet wird, erhalten nach Möglichkeit eine zusätzliche Förderung.
 

Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf können integrativ beschult werden. Unterstützt und begleitet wird der Unterricht für diese Kinder durch Lehrkräfte des zuständigen Förderzentrums.
 

Ein inhaltlicher Akzent des Unterrichts sind Leseprojekte.
Die Erarbeitung sach- und problemorientierter Bücher und Texte bildet die Grundlage projektorientierten Lernens sowohl für integrativen Deutschunterricht als auch für die gleichzeitige Bearbeitung dieser Themen in den anderen Fächern.
Diese fächerübergreifende Themenbehandlung ist zudem Basis für handlungsorientiert durchgeführte Projekte und Aktionen.

Das bezüglich ihrer Lesekompetenz erfolgreiche Abschneiden unserer Schülerinnen und Schüler bei Schulvergleichstests bestärkt unsere Absicht, Leseprojekte weiterhin als einen Schwerpunkt zu betrachten.
 

 

c) Schulleben

 

In der Schule verbringen die Schülerinnen und Schüler einen Großteil ihrer verfügbaren Zeit. Daher ist sie nicht nur Lernort, sondern auch Lebensort, an dem man sich begegnet, miteinander umgeht, sich austauscht, Interessen nachgeht, spielt oder feiert.

Ein vielfältiges Schulleben ergänzt oder umrahmt das Unterrichtsangebot oder gibt ihm Lebensbezug. Es trägt dazu bei, dass sich alle Beteiligten näherkommen, ihre Schule mitgestalten und sich mit ihr identifizieren können. Es unterstützt erfolgreiches Lernen, indem es dazu beiträgt, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler geborgen und wohlfühlen. Schließlich bietet es gute Voraussetzungen, dass die Kinder alle Kräfte ihrer Persönlichkeit entfalten, die geistigen und die körperlichen, die emotionalen wie die sozialen.

Unser Unterrichtsjahr wird durch eine Vielzahl von Angeboten, Aktionen oder Vorhaben erweitert:

 

  • Gesundes Schulfrühstück
  • Gemeinsames Singen aller Kinder zu besonderen Anlässen
  • Morgenkreis
  • Schulgottesdienste
  • Schulfest
  • Fasching
  • Klassenfeiern
  • Back- und Basteltage
  • Einschulungsfeier
  • Schulbücherei
  • Ausflüge, Wandertage, Exkursionen, mehrtägige Klassenfahrten
  • Theaterbesuche
  • Lauftag
  • Sport- und Spieletag
  • Frühlings- / Winter-Olympiade
  • Projekttage (AG Tage)
  • Schülerrat
  • Internetschulung für Kinder
  • Schule 2000
  • Zisch (Zeitung in der Schule)
  • Teilnahme an Sportwettkämpfen der Grundschulen
  • Autorenlesungen
  • Veranstaltungen, um soziale Projekte zu unterstützen (z.B. Trommeln mit Morphius)
  • Alle 4 Jahre findet im Wechsel statt:
    - Schulfest
    - Schulausflug
    - Literaturprojekt
    - Projektwoche

 

 

 

d) Zusammenarbeit mit Eltern
 

Von besonderer Bedeutung für unsere schulische Arbeit ist eine aktiv unterstützende Elternschaft. Unseren Eltern bieten sich viele Möglichkeiten zum Mitgestalten, Mithelfen, Mitmachen und Miterleben
 

  • als Elternvertreter bei Schul-, Klassen-, Fach- oder Zeugniskonferenzen
  • bei der Planung und Durchführung von Schul- oder Klassenfesten
  • bei Projekt- oder Aktionstagen
  • bei Klassenfahrten, Ausflügen, Wanderungen sowie beim Besuch außerschulischer Lernorte
  • bei speziellen Unterrichtsvorhaben
  • bei sportlichen Veranstaltungen
  • bei der Schulgestaltung
     

 

e) Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Einrichtungen
 

Unsere Schule nach außen zu öffnen ist eine Grundlage unseres konzeptionellen Verständnisses. Neben der Einbindung von Eltern bedeutet dies, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen für unsere pädagogische Arbeit zu nutzen, aber auch, andere in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Eine engere Kooperation gibt es u.a. mit folgenden Einrichtungen:

 

  • DRK-Kindergarten Sterup und Evangelischer Kindergarten Esgrusschauby: Umfassende Vorbereitung der Schulanfänger und deren Eltern auf den Schulanfang -  Austausch über die pädagogische Arbeit in den jeweiligen Einrichtungen
     
  • Förderzentrum Sörup: Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf – Beratung in speziellen Fragen der Erziehung und des Unterrichts
     
  • Jugendhilfe des Kreises Schleswig-Flensburg: Erziehungs- und Eingliederungshilfen für auffällige Schülerinnen und Schüler
     
  • Polizei/ADAC: Verkehrserziehung, Sicherheitstraining und Radfahrprüfung
     
  • Kirchengemeinde Sterup: Schulgottesdienste
     
  • Örtliche Feuerwehr/Amtsfeuerwehr: Brandschutzerziehung
     
  • Kampfkunstschule S-H: Gewaltprävention
     
  • Kinderheime im Schuleinzugsbereich: Eingliederungshilfen
     
  • Gemeinschaftsschule Sterup, Gymnasien Satrup und Kappeln: Beratende Teilnahme an Konferenzen der Orientierungsstufe, Teilnahme der 4. Klassen an Projekttagen der Gemeinschaftsschule, um den Übergang zu erleichtern
     
  • Gemeinschaftsschule Sterup: Nutzung gemeinsamer Sportanlagen/-geräte – Beratende Teilnahme an Konferenzen der Orientierungsstufe. Gegenseitige Besuche zur besseren Vernetzung gemeinsamer Feiern – Unterstützung unserer sportlichen Feste durch Jugendliche der Gemeinschaftsschule Sterup
  • FiSch: Familie in Schule im Kreis Schleswig-Flensburg
     

 

f) Strukturelle Bedingungen
 

Ein zielgerichteter Schulbetrieb erfordert zahlreiche Rahmenbedingungen, die das Lernen optimieren:
 

  • eine effektive Organisation und Verwaltung
  • die Zusammenarbeit aller an Schule Beteiligten sowie die Transparenz gemeinsamer Planung und Vorhaben
  • eine aktive unterstützende Elternschaft
  • die Unterstützung durch den Schulträger
  • auf Belange des Unterrichts sowie Bedürfnisse der Kinder abgestimmte zeitliche Abläufe
  •  gezielte Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer
  • Kontakte zu Einrichtungen und Helfern im Umfeld
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • eine förderliche räumliche und materielle Ausstattung
  • gestaltete Räume und äußere Anlagen
  • Angebote auch am Nachmittag
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